Retro-Review: Time Commando (1996)

Veröffentlicht am 02. März 2026 | Reviews
Retro-Review: Time Commando (1996)

Seit der Veröffentlichung von Time Commando sind mittlerweile 30 Jahre vergangen. Im Jahr 1996 kam das Spiel auf den Markt und war eines der ersten Computerspiele, an die ich mich erinnern kann. Vor einigen Monaten habe ich es bei GOG wiederentdeckt, natürlich direkt gekauft und vor kurzem endlich wieder gespielt. Aber: Wie ist es überhaupt, Time Commando im Jahr 2026 zu spielen?

Story: Worum geht es in Time Commando überhaupt?

Das Militär hat gemeinsam mit einer privaten IT-Firma einen Computer entworfen, der jegliche Kampfsituationen in der Geschichte der Menschheit simulieren kann. Einem Hacker von der Konkurrenz gelingt es allerdings, einen Virus in diesen Computer einzuspeisen. Das Raum-Zeit-Kontinuum ist in Gefahr. Der Virus droht, die Realität, wie wir sie kennen, zu zerstören.

Hier kommen wir ins Spiel: Wir spielen Stanley Opar, einen Experten, der darin ausgebildet ist, Computerviren zu bekämpfen. Wir betreten also die Simulation – mit dem Ziel, den Virus zu zerstören und die Welt zu retten. Über den Sinn oder Unsinn dieser Story kann man natürlich streiten – sie spielt ohnehin nur im Intro und im Outro eine wirkliche Rolle.

Gameplay: Was erwartet uns in diesem Spiel?

Das Spiel startet in der Steinzeit und man arbeitet sich quer durch die Menschheitsgeschichte vor in Richtung Zukunft. Dabei bekämpfen wir Gegner mit zahlreichen verschiedenen Waffen, sammeln Mikrochips ein, die das Fortschreiten der Virusinfektion verhindern, finden Lebenspunkte, die uns heilen, und zusätzliche Leben – ganz im Stil eines typischen Spiels aus den 90ern.

Das Kampfsystem war damals vielleicht fortschrittlich, mittlerweile wirkt es allerdings sehr altbacken: Wir können blocken, springen und aus 3 verschiedenen Richtungen angreifen. Später erhalten wir Fernkampfwaffen, die das Spiel erheblich vereinfachen und deutlich spaßiger machen.

Während wir uns in einer Art Isoperspektive aus der dritten Person sehen, schreitet die Kamera voran, wenn wir uns in Richtung Ende des Levels bewegen. Aber Achtung: Zurücklaufen ist nicht mehr möglich, da die Kamera nur eine Richtung kennt: Nach vorne!

Retro-Review: Time Commando (1996) - Unterwegs im Wilden Westen

Leveldesign und Abwechslung: Der riesige Pluspunkt von Time Commando

Was an Time Commando wirklich Spaß macht, sind die unterschiedlichen Level und die vielen verschiedenen Waffen. Von der Steinzeit geht es ins mittelalterliche Japan, ins europäische Mittelalter, in den Wilden Westen, in den ersten Weltkrieg und einiges mehr (ich möchte an dieser Stelle ja nicht zu viel spoilern). Alle Level dauern immer nur ein paar Minuten, sodass es Abwechslung am laufenden Band gibt.

Von der steinzeitlichen Keule bis zum Lasergewehr gibt es Dutzende verschiedene Waffen, die wir im Minutentakt erhalten – für Abwechslung ist also auch hier gesorgt. Die Waffen werden nie langweilig und insbesondere die Fernkampfwaffen, die man ungefähr ab der zweiten Hälfte des Spiels erhält, machen richtig Laune.

Hier wäre es toll gewesen, wenn man die Waffen levelübergreifend behalten und nutzen könnte. Leider verliert man in jeder Zeitepoche seine bisherigen Waffen und muss neue einsammeln. Das Pacing ist dabei so schnell, dass wir unsere eingesammelten Waffen selten für mehr als zwei bis drei Feinde nutzen können – dann findet man bereits bessere Ausrüstung oder wechselt die Epoche.

Das große Manko: Nahkampf und ungenaue Steuerung

Den Nahkampf in Time Commando kann man im Jahr 2026 niemandem mehr zumuten. Insbesondere im europäischen Mittelalter wird es selbst auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad teilweise extrem schwer. Häufig gibt es nur zwei Situationen: Entweder der Spieler prügelt den Gegner in eine Ecke und spammt eine Attacke – oder andersherum. Wenn einmal auf einen eingedroschen wird, kann man sich kaum noch wehren. Blocken hat bei mir so gut wie nie funktioniert, weshalb ich es irgendwann aufgegeben habe.

Eine Maussteuerung gibt es übrigens nicht. Das Spiel wird hauptsächlich mit den Pfeiltasten, STRG und der Leertaste gespielt. Springen kann man übrigens mit ALT – das ist jedoch nur sehr selten nötig, um Abgründe zu überwinden. Die Leertaste ist dafür da, mit der Umgebung zu interagieren.

Und da kommen wir direkt zum nächsten Negativpunkt: Wenn du denkst, dass du nicht weiterkommst, ist es häufig so, dass du mit irgendeiner Stelle im Screen interagieren musst. Dann sollte sich ein neuer Weg öffnen. Ganz am Ende des Spiels – in der Zukunft – ist es zwingend notwendig, dass du Granaten findest, um eine bestimmte Tür aufzusprengen. An dieser Stelle musste ich zum Beispiel einen Guide hinzuziehen, da einem das Spiel keinerlei Hinweise darauf gibt, was zu tun ist – typisch für Spiele der 90er eben!

Retro-Review: Time Commando (1996) - Unterwegs in der fernen Zukunft

Wem würde ich das Spiel empfehlen?

Wenn du das Spiel bereits in den 90ern gespielt hast, ob als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, würde ich es dir aus Nostalgiegründen unbedingt empfehlen, nochmal reinzuschauen. Ich habe auf dem Schwierigkeitsgrad Easy ungefähr 3 Stunden für einen kompletten Run gebraucht.

Wer das Spiel bisher noch nicht kannte, sollte es dabei belassen oder sich mit ein paar Videos auf YouTube begnügen. Ohne Nostalgie wird es dir schwerfallen, das Spiel gut zu finden.

Wo kann man Time Commando im Jahr 2026 noch kaufen?

Time Commando gibt es glücklicherweise auf GOG und ist dort sogar im GOG Preservation Program. Das bedeutet, dass die Entwickler von GOG auch in Zukunft dafür sorgen werden, dass das Spiel auf aktuellen Rechnern problemlos läuft. Den letzten Patch gab es beispielsweise im Juli 2025. Bei mir gab es übrigens keinerlei technische Probleme. Es lief von Anfang bis Ende super ohne Abstürze.

Aktuell wird Time Commando auf GOG mit 4,2 von 5 Sternen bewertet – bei 62 abgegebenen Stimmen. Das kann sich doch sehen lassen! Wenn du dir nicht sicher bist, ob du es dir wirklich kaufen solltest, kannst du es natürlich auch einfach auf deine Wunschliste setzen und irgendwann für sehr kleines Geld kaufen. Ich selbst habe zum Beispiel nur 1,09 Euro statt 5,49 Euro bezahlt.

Hinweis: Ich bekomme von GOG keinerlei Gegenleistung für diese Empfehlung. Ich bin einfach nur großer Fan des Angebots.

Fazit: Time Commando (1996) im Jahr 2026

Ich habe die 3 Stunden Spielzeit als Reise in meine Kindheit sehr genossen. Wer das Spiel noch kennt, sollte unbedingt nochmal reinschauen. Wer es bisher noch nicht kannte, sollte es meiner Meinung nach dabei belassen.

Bildquelle: Screenshot von Pixel & Coffee aus dem Spiel Time Commando (Entwickler: Adeline Software International / Publisher: Electronic Arts)


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